TSV 2000 Handball

Rothenburg o.d.T.

TSV 2000 - Lohr

Ein Unentschieden, das nur dem Gegner hilft

Mit einem Sieg gegen den ebenfalls noch um den Klassenerhalt kämpfenden TSV Lohr hätte die ERSTE den Ligaverbleib am Samstagabend perfekt machen können. Leider schafften Csaba’s Jungs nur ein 20:20-Unentschieden (Halbzeit 11:9) und müssen nun noch eine Woche warten und hoffen, dass nur eine bayerische Mannschaft aus der Dritten Liga absteigt. Der TSV Lohr hat dagegen mit dem neunten Unentschieden der Saison den letzten noch fehlenden Punkt geholt und ist sicher auch in der nächsten Saison ein Bayernligist.

Es war angerichtet für den Showdown im letzten Saisonspiel: Beide Mannschaften konnten nahezu in Bestbesetzung antreten, das Rothenburger Publikum strömte in Scharen in die Mehrzweckhalle und sorgte mit 840 Zuschauern für einen Zuschauerrekord und der Bayerische Handballverband zeigte mit der Ansetzung seines anerkannt besten Schiedsrichtergespannes, dass man sich der Bedeutung der Partie bewusst war. Nachdem Abteilungsleiter Norbert Fink noch die beiden Urgesteine Christof Wittmann und Florian Striffler, die nach langen Jahren für die ERSTE ihre Handballschuhe an den berühmten Nagel hängen werden, verabschiedet hatte, konnte es losgehen. Angespornt von der Rekordkulisse legte die ERSTE dann auch los wie die berühmte Feuerwehr. Gerade einmal 5 ½ Minuten waren gespielt und es stand nach Toren von Nedim Jasarevic, Phillip Schemm, Tim Ehrlinger und Andreas Kister bei einem Gegentreffer von Lukas Horky 4:1. Vier Minuten später hatten dann Ivan Skaramuca und erneut Tim Ehrlinger die Führung sogar auf 6:2 ausbauen können. Doch statt nun das Tempospiel weiter konsequent durchzuziehen, schalteten die Jungs von Trainer Csaba Szücs plötzlich mehrere Gänge zurück. Im Angriff rannte man sich nun am massiven Innenblock der Gäste, gebildet von den beiden Zweimeter-Männern Lukas Horky und Milan Kralik, immer wieder fest oder scheiterte am guten Torhüter Sven Hartig. Lohr nutzte dies zu drei Toren in Folge und verkürzte auf 6:5 (14.Minute). In der Folgezeit fingen sich unsere Jungs wieder, es blieb aber zunächst bei Führungen mit einem oder zwei Toren. Drei Minuten vor Ende der ersten Spielhälfte gelang den Gästen aber dann durch Janis Gremzde der erstmalige Ausgleich zum 9:9. Andreas Kister und Andreas Kulas sorgten daraufhin mit ihren Toren für die erneute Zweitore-Führung und den Halbzeitstand von 11:9.

Die zweite Hälfte ging dann so weiter, wie die erste aufgehört hatte, es blieb zunächst bei knappen Führungen von Csaba’s Jungs. In der 36. Minute konnte Tim Ehrlinger dann mit dem 15:12 zum ersten Mal seit langem wieder auf drei Tore erhöhen. Vier Minuten später sorgte Maxi Schmidt mit dem 17:14 dafür, dass der Vorsprung weiter drei Tore betrug. Dass die Gäste dann aber zehn Minuten später zum 18:18 ausgleichen konnten, lag wie so häufig in der abgelaufenen Saison an der der Abschlussschwäche der ERSTEN. Während die Abwehrreihe eine sehr gute und engagierte Leistung zeigte, belohnten sich die Jungs nicht mit Toren für ihren Einsatz. Viel zu häufig scheiterte man auch in besten Torgelegenheiten am stärksten Lohrer, Torhüter Sven Hartig. Als dann Ivan Skaramuca, auf den sich die Gästeabwehr bestens eingestellt hatte, acht Minuten vor Spielende mit einem Siebenmeter-Strafwurf am eingewechselten Torhüter Tamas Szabo scheiterte, blieb es zunächst beim 18:18. Nikola Stojanov, mit vier Toren bester Rothenburger Rückraumspieler des Abends, brachte die ERSTE dann aber doch mit 19:18 in Führung, Lohr konnte durch Bohuslav Zeleny per Siebenmeter wieder ausgleichen (56.). Drei Minuten vor Spielende war es dann Andreas Kulas, der auf Rechtsaußen eine starke Leistung ablieferte, der die ERSTE mit dem Tor zum 20:19 wieder in Führung brachte. Die Gäste antworteten mit dem 20:20-Ausgleich durch Lukas Horky und die an Dramatik nicht zu überbietende letzte Spielminute brach an. Csaba’s Jungs leiteten ruhig und ohne Hektik den vielleicht entscheidenden Angriff ein und brachten Andreas Kulas auf Rechtsaußen in Schussposition. Anders als zwei Minuten zuvor brachte er das Spielgerät dieses Mal nicht an Hartig vorbei, der Abpraller landete aber in den Händen von Tim Ehrlinger. Aber auch er konnte den sich blitzschnell aufrappelnden Hartig nicht überwinden, der mit dieser letzten Parade zum Helden endgültig seiner Mannschaft avancierte. Bernd Becker, Trainer der Gäste nahm direkt nach Hartigs Parade eine Auszeit und stellte seine Mannschaft für die letzten 20 Sekunden der Partie noch einmal ein. Da der eine Punkt den Gästen zum sicheren Klassenerhalt reichte, unternahmen diese bis zum Schlusspfiff keine Versuche mehr, ein Tor zu erzielen, sondern gaben sich mit dem Unentschieden zufrieden.

Nach Spielende herrschte bei unseren Jungs dann erst einmal Ratlosigkeit, was das Unentschieden denn nun wert ist. Als dann die Ergebnisse aus den anderen Hallen eintrudelten war klar, dass man auf dem viertletzten Platz die Saison beenden würde. Der SV Anzing ist nach seiner Heimniederlage gegen Rimpar auf den drittletzten Platz abgerutscht. Nachdem sich die erste Enttäuschung gelegt hatte, blickten die Jungs hoffnungsvoll auf die Partie des HC Coburg II am Sonntagnachmittag. Mit einem Sieg gegen den Tabellenletzten aus Bad Blankenburg hätten die Coburger ihren Klassenerhalt festzurren können und bei dann maximal einem bayerischen Absteiger aus der Dritten Liga, hätte die ERSTE das Bayernliga-Ticket für die kommende Saison sicher. Leider kam es anders als erhofft, Coburg schaffte nur ein Unentschieden, was die Entscheidung um eine Woche vertagt hat. Ob wir die Klasse erhalten können, steht letztendlich erst am kommenden Samstag gegen ca. 20.30 fest. Insgesamt boten unsere Jungs gegen Lohr eine gute und engagierte Leistung und auch das Rothenburger Publikum (wo gab es in einem Bayernligaspiel schon mal 840 Zuschauer???) hätte eine weitere Saison Bayernliga mehr als verdient. Eine Woche des Bangens und Hoffens liegt nun vor uns, hoffen wir auf einen guten Ausgang!

Rothenburg: Amann, Sand (Tor); Schemm (2), Wurst, Kulas (2), Kister (3), Gluhak, Ehrlinger (5), Schmidt (1), Wittmann, Skaramuca (2/2), Jasarevic (1), Stojanov (4), Krauter

Lohr: Hartig, Szabo (Tor), Zeleny (6/3), Scheiner, Seltsam, Ferencsik (1), Kralik, Gremzde (3), Schmitt, (2), Born, Rahtz, Röder (1), Horn (2), Horky (5)

Spielverlauf: 1:0, 4:1, 6:2, 6:5, 8:6, 9:9, 11:9 (HZ); 15:12, 18:16, 18:18, 19:18, 19:19, 20:19, 20:20

Siebenmeter: Rothenburg 3 (Skaramuca trifft 2, verwirft 1)

Lohr 4 (Zeleny trifft 3, verwirft 1)

Zeitstrafen: Rothenburg 4 (Wurst, Schmidt, Skaramuca und Jasarevic je 1)

Lohr 2 (Scheiner und Gremzde je 1)

Schiedsrichter: Harald Schweizer und Herbert Vornehm (Friedberg / Haunstetten)

Zuschauer: 840

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Hier noch der Bericht Fränkische Landeszeitung

Alexander Keck.

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