TSV 2000 Handball

Rothenburg o.d.T.

Anzing - TSV 2000

Deutliche Steigerung wurde nicht belohnt

Mit 26:23 (14:9) verloren die Bayernligahandballer des TSV 2000 Rothenburg ihr Auswärtsspiel beim SV Anzing. Im Vergleich zur Vorwoche steigerten sich die Szücs-Schützlinge zwar um ein Vielfaches, dass sie die Heimfahrt erneut mit leeren Händen antreten mussten, lag unter anderem an einigen Fehlern zu viel, die sie sich in entscheidenden Phasen erlaubten. Auch mit einer Reihe von Schiedsrichterentscheidungen haderten die Tauberstädter.

Zwölf mehr oder weniger gesunde Spieler konnte Trainer Szücs in Anzing aufbieten. Auf Ivan Skaramuca, Jasmin Durakovic, Florian Striffler und Christof Wittmann musste er verzichten.

In den ersten zehn Spielminuten entwickelte sich eine ziemlich zerfahrene Partie. Beide Mannschaften taten sich schwer mit dem Toreschießen und so stand es 3:3 unentschieden. Die Hausherren waren bis zu diesem Zeitpunkt sogar ausschließlich per Siebenmeter-Strafwurf erfolgreich. Ein Umstand, der den Gästen nicht gelingen konnte, bekamen sie doch nicht nur in der Anfangsphase, sondern auch im gesamten Spielverlauf keinen (!) Siebenmeter-Strafwurf zugesprochen. Bis zur 25. Minute blieb es bei knappen Spielständen, dann konnte sich Anzing innerhalb von 2 Minuten von 9:8 auf 12:8 absetzen. Der bärenstarke Nikola Stojanov, der mit elf blitzsauberen Toren (ohne Siebenmeter) seine bislang stärkste Leistung im Rothenburger Trikot zeigte, konnte im Gegenzug auf 12:9 verkürzen. Sein Pendant auf Anzinger Seite, Florim Hoxha (15 Tore, davon 9 Siebenmeter), traf mit seinen Toren Nr. 9 und 10 zur 14:9-Pausenführung für die Hausherren.

Nach der Pause konnten sich die Tauberstädter erneut steigern und bis zur 36. Minute auf 15:13 verkürzen. Einem Treffer von Hoxha (per Siebenmeter) setzten die Rothenburger Tore von Nikola Stojanov (2), Thomas Krauter und Andreas Kister entgegen. In den folgenden fünf Minuten konnten die Szücs-Schützlinge dann zunächst eine Überzahlsituation nicht nutzen, im Gegenteil, Hoxha profitierte von einem leichten Ballverlust und traf mal nicht per Siebenmeter, sondern per schnellem Gegenstoß zum 17:13. In der nächsten Abwehrsituation schickten die beiden Schiedsrichterinnen Sabrina Kleinheinz und Lisa Wenzke zunächst Patrick Wurst nach einem Allerweltsfoul vorzeitig zum Duschen und kurz darauf fand sich auch Andreas Kister mit zwei Strafminuten versehen auf der Bank wieder. Anzing nutzte die Überzahl zur erneuten Fünftore-Führung (18:13, 41.) und sah zu diesem Zeitpunkt wie der sichere Sieger aus. Die Tauberstädter ergaben sich aber nicht ihrem Schicksal, sondern kämpften sich bis zur 50. Minute wieder bis auf 22:21 heran, Torschützen waren Nikola Stojanov (4), Andreas Kulas (2), Tim Ehrlinger und Nedim Jasarevic. Bis zur Schlussminute blieben die Gäste auf Schlagdistanz, 24:23 stand es für Anzing und noch war alles möglich. Was dann letztlich den Ausschlag für den ersten Anzinger Sieg im Jahr 2018 gab ist leider nicht schwer zu erraten. 55 Sekunden vor Spielende bestraften die Unparteiischen ein Foul von Tim Ehrlinger mit Siebenmeter für Anzing und einer Zeitstrafe gegen Ehrlinger. Florim Hoxha ließ sich nicht lange bitten und sorgte mit seinem vierzehnten Treffer zum 25:23 für die Entscheidung. Sein Tor Nr. 15, fünf Sekunden vor Spielende, hatte dann nur noch statistischen Wert. Kurz darauf ertönte die Schlusssirene und die Mehrzahl der 200 Zuschauer im Anzinger Sportzentrum feierte mit ihrer Mannschaft den 26:23-Heimsieg.

Insbesondere auf der kämpferischen Leistung der Tauberstädter lässt sich aufbauen. Anders als vor Wochenfrist in Landshut ist die Mannschaft zu keinem Zeitpunkt auseinandergebrochen, sondern hat sich, allen Unbillen zum Trotz, bis zum Schluss gegen die drohende Niederlage gestemmt. Ein Sieg sollte aber nicht gelingen. Da die Mitkonkurrenten alle ebenfalls verloren haben, ist die Tabellensituation für die Rothenburger weiter noch nicht besorgniserregend. Die zweiwöchige Spielpause müssen die Szücs-Schützlinge nun nutzen, ihre diversen Verletzungen auszukurieren um dann im Heimspiel gegen den TSV Unterhaching mit einem Sieg den Abstand zu den direkten Abstiegsplätzen beizubehalten.

Rothenburg: Amann (1.-60.), Sand (bei drei Siebenmetern) (Tor); Schemm (3), Wurst, Kulas (2), Kister (2), Gluhak, Ehrlinger (1), Schmidt, Jasarevic (2), Stojanov (11), Krauter (2)

Anzing: Fiedler, Scharder (Tor); J. Limbrunner (3), Erber (2), Hoxha (15/9), Batzer (3/1), Müller, Haberthaler, Hawranek, Huber, M. Limbrunner (3), Kain, Mayer

Spielverlauf: 1:1, 3:3, 6:6, 9:7, 12:8, 14:9 (HZ); 15:13, 18:13, 18:15, 22:21, 24:23, 26:23

Siebenmeter: Rothenburg 0

Anzing 11 (Hoxha trifft 9, verwirft 1, Batzer trifft 1)

Zeitstrafen: Rothenburg 8 (Ehrlinger und Kister je 2, Schmidt, Stojanov, Krauter und Szücs je 1) Disqualifikation gegen Wurst

Anzing 7 (J. Limbrunner und Haberthaler je 2, Hoxha, Müller und M. Limbrunner je 1)

Schiedsrichter: Sabrina Kleinhenz und Lisa Wenzke (SG Garitz/Nüdlingen)

Zuschauer: 200