TSV 2000 Handball

Rothenburg o.d.T.

Landshut - TSV 2000

Auswärts nicht wiederzuerkennen

Die Auswärtsfahrt zur TG Landshut endete für die Bayernligahandballer in einem 17:36-Desaster. Schon zur Pause, als die Gastgeber mit 17:10 führten, zeichnete sich die deutliche Niederlage ab. Die Tauberstädter, die in fast identischer Besetzung vor Wochenfrist den Tabellenvize HaSpo Bayreuth in überzeugender Manier schlugen, boten dabei unverständlicherweise eine nicht bayernligataugliche Leistung.

Tim Ehrlinger musste krankheitsbedingt kurzfristig passen, so dass Patrick Wurst, der aufgrund einer Fußverletzung eigentlich geschont werden sollte, sich in den Dienst der Mannschaft stellte und trotz Verletzung auflief. Zu Beginn der Partie konnte man noch nicht erahnen, dass sich die Rothenburger mit der deutlichsten Klatsche der letzten Jahre im Gepäck auf die lange Heimreise machen würden. Nach dem 1:0 für die Gäste, erzielt von Phillip Schemm, das Landshut zum 1:1 ausgleichen konnte, ging es bis zur 18. Spielminute mit immer wieder wechselnden Führungen weiter. Da beide Mannschaften Schwächen offenbarten, konnte sich kein Team absetzen und so stand es zu diesem Zeitpunkt 9:9 unentschieden. Auch auf die beiden Tore zur 11:9-Führung der Landshuter konnten die Szücs-Schützlinge mit dem Anschlusstreffer zum 11:10, Torschütze Andreas Kister, antworten (22. Minute). Dann aber brachen beim Aufsteiger von der Tauber unverständlicherweise alle Dämme. Innerhalb von sechs Minuten leisteten sich die Tauberstädter sage und schreibe sechs Fehlabspiele, die direkt in den Händen der Gastgeber landeten. Diese nahmen die Gastgeschenke dankend an und kamen so, ohne viel eigenes Zutun zur deutlichen 17:10-Führung, mit der dann auch die Seiten gewechselt wurden.

Wer nun geglaubt hatte, die Rothenburger würden die Halbzeitpause nutzen, um sich neu zu sortieren und mit der richtigen Einstellung den Rückstand zu verringern, wurde bitter enttäuscht. Die zweiten dreißig Spielminuten waren so ziemlich das Schlechteste, was die Rothenburger in den letzten Jahren abgeliefert haben. Ein Aufbäumen war nicht zu erkennen. Es fehlte an der Linie im Angriffsspiel und die Abwehr hatte den Namen nicht verdient. Die Landshuter konnten dadurch ohne große Probleme ihren Vorsprung immer weiter ausbauen. Immer wieder profitierten sie nun von unvorbereiteten Wurfversuchen der Tauberstädter, die es viel zu oft durch die Mitte versuchten und zumeist im großgewachsenen Mittelblock der Hausherren hängen blieben. Den daraus resultierenden Ballbesitz verwertete der letztjährige Vizemeister nahezu fehlerfrei zu schnellen Gegenstoßtoren. Der Rückstand der Rothenburger betrug dadurch in der 50. Minute schon 15 Tore (31:16). Das 31:17, eine Minute später von Andreas Kulas erzielt, sollte dann bereits der letzte Gästetreffer des Abends gewesen sein, in der verbleibenden Spielzeit stellten die Tauberstädter das Tore schießen gänzlich ein. Den Hausherren gelangen noch fünf Tore und beim Stand von 36:17 erlöste die Schlusssirene die Rothenburger.

Lediglich die beiden Torhüter, Andreas Amann vor der Pause und Luca Sand im zweiten Durchgang, können von der Rundumkritik ausgenommen werden. Von der nicht vorhandenen Abwehr immer wieder im Stich gelassen, waren sie noch die Einzigen, denen Bayernligatauglichkeit attestiert werden konnte. Vor allem Sand machte seine Sache gut und parierte unter anderem einen, vom besten Landshuter Angreifer Enis Kabashi geworfenen Siebenmeter-Strafwurf. Über die Leistung der Feldspieler decken wir an dieser Stelle lieber den Mantel des Schweigens. Bis auf den Sieg in Lohr am Main hat die Szücs-Truppe in dieser Saison auswärts bisher extreme Schwächen gezeigt, dies gilt es nun zwingend aufzuarbeiten. Viel Mut für die kommende Aufgabe beim SV Anzing, im Übrigen ein „Vier-Punkte-Spiel“, macht dies nicht.

Rothenburg: Amann (1.-30.), Sand (31.-60.) (Tor); Schemm (4), Wurst, Kulas (1), Kister (4), Gluhak, Schmidt (1), Wittmann (2), Jasarevic (3/2), Stojanov (2), Krauter

Landshut: Sigl, Murgg (Tor); Sedivec (1), Christ (3), Gretsch (4), Scheibengraber, Müller (2), Auernhammer (2), Moritz (7), Freund (1), Kabashi (10/3), Obermayr (1), Pich (3), Ruckdäschel (2)

Spielverlauf: 0:1, 2:2, 2:4, 6:4, 8:8, 11:10, 17:10 (HZ); 24:12, 27:13, 29:16, 31:17, 36:17

Siebenmeter: Rothenburg 2 (Jasarevic trifft beide)

Landshut 4 (Kabashi trifft 3, verwirft 1)

Zeitstrafen: Rothenburg 1 (Gluhak)

Landshut 1 (Gretsch)

Schiedsrichter: Patrick Müller und Michael Schaarschmidt (Kempten-Kottern/Gundelfingen)

Zuschauer: 180