TSV 2000 Handball

Rothenburg o.d.T.

TSV 2000 - Erlangen-Bruck

Die Überraschung verpasst

Mit einer 37:28 (16:12) Niederlage im Gepäck kehrten die Bayernligahandballer des TSV 2000 Rothenburg von ihrem Auswärtsspiel beim Tabellenführer TV Erlangen-Bruck zurück. Der Aufsteiger konnte den Meisterschaftsfavoriten zwar lange ärgern, um etwas Zählbares mitzunehmen war aber letztlich die Fehlerquote der Tauberstädter zu hoch. Die Niederlag fiel aber um einige Tore zu hoch aus.

Wie schon im gesamten Saisonverlauf konnte der Rothenburger Trainer Csaba Szücs auch in Erlangen nicht auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Mit Ivan Skaramuca, Phillip Schemm, Florian Striffler und Jasmin Durakovic war die Liste der Ausfälle am Samstagabend besonders lange. Dementsprechend war die Marschroute schnell ausgegeben: Mit geduldigem Angriffsspiel und einer geringen Fehlerquote wollte man die eigenen Kräfte schonen und den Spitzenreiter nicht zu seinem gefährlichen Tempospiel kommen lassen. Zu Beginn der Partie ging dieses Rezept zunächst auch auf. Die Gäste gingen durch Nikola Stojanov mit 1:0 in Führung und blieben bis zur 16. Spielminute auf Augenhöhe. Nach zuvor immer wieder wechselnden Führungen war es Andreas Kulas, der den Ausgleich zum 7:7 erzielen konnte. Dann aber kam zum ersten Mal Sand ins Getriebe des Gästespiels. Einige Fehlabspiele und Fehlwürfe führten zu Ballbesitz der Hausherren, welche die Fehler des Aufsteigers mit erfolgreichen Tempogegenstößen gnadenlos ausnutzten und mit vier Toren am Stück auf 11:7 davonzogen (22. Minute). Dann schlug auch noch das Verletzungspech erneut zu, Torhüter Andreas Amann konnte aufgrund einer schmerzhaften Hüftverletzung nicht mehr weiterspielen und wurde durch Luca Sand ersetzt. Bis zur Pause konnten die Gäste den Spielstand nicht mehr verkürzen, wobei sie auch mehrfach mit Entscheidungen der beiden Unparteiischen in Bezug auf Schrittfehler und Stürmerfoul haderten und es wurden beim Stand von 16:12 die Seiten gewechselt.

Nach der Pause konnten die Rothenburger noch sieben Minuten mithalten, zu diesem Zeitpunkt verkürzte Thomas Krauter auf 18:15 und es bestand noch Hoffnung, weiter in Schlagdistanz zu bleiben. Dann aber leisteten sich die Szücs-Schützlinge wieder zu viele Fehler, was von den Hausherren erneut mit einer Reihe von Tempogegenstößen bestraft wurde. In nur fünf Minuten machten die Brucker aus dem 18:15 ein 25:16 was letztlich vorentscheidend für den Spielausgang war. In diesen fünf Minuten fielen dann zu allem Übel auch noch nacheinander Patrick Wurst, Nikola Stojanov und Maxi Schmidt aus, die in der restlichen Spielzeit nicht mehr eingesetzt werden konnten. Derart geschwächt gingen Csaba Szücs nun die personellen Alternativen aus. Umso höher ist es den Tauberstädtern anzurechnen, dass sie sich nicht ihrem Schicksal ergaben, sondern bis zum Spielende versuchten, dem Klassenprimus Paroli zu bieten. Nach dem 29:20 für die Gastgeber konnten die Rothenburger durch Tore von Thomas Adolf, Christof Wittmann und Nedim Jasarevic den Rückstand noch einmal auf sechs Tore verkürzen (29:23, 51.), näher kamen sie den Bruckern aber nicht mehr. Bis zum Schlusspfiff bauten diese ihre Führung dann wieder auf neun Tore aus, so dass letztlich der Endstand von 37:28 von der Anzeigetafel der altehrwürdigen Erlanger Hiersemann-Halle leuchtete.

Mit mehr personellen Alternativen hätten die Tauberstädter den Tabellenführer vielleicht länger ärgern und an einer kleinen Sensation schnuppern können. So aber kam Erlangen-Bruck im 14. Saisonspiel zum 14. Sieg und hat aufgrund der überraschenden Niederlage des Verfolgers HaSpo Bayreuth (27:28 in Landshut) nun schon neun Punkte Vorsprung. Positiv ist zu erwähnen, dass Nedim Jasarevic sich mit insgesamt 12 Toren (fünf Siebenmeter) gewohnt treffsicher präsentierte und damit zum besten Torschützen der Partie wurde. Einen guten Punktspieleinstand feierte der A-Jugendliche Thomas Adolf, der auf Rechtsaußen viele Spielanteile bekam und seine ersten beiden Bayernligatore erzielen konnte.

Am nächsten Wochenende empfangen die Tauberstädter den Zweitplatzierten HaSpo Bayreuth, dessen Spiel in Landshut sie genau analysieren werden, um gut vorbereitet in die Partie zu gehen. Die Niederlage in Landshut zeigt, dass Bayreuth schlagbar ist und mit der bisher gezeigten Heimstärke ist der Aufsteiger von der Tauber auch gegen die Wagnerstädter nicht chancenlos. Bleibt zu hoffen, dass sich die Verletzungen der angeschlagenen Spieler als nicht so schwerwiegend herausstellen und sie gegen Bayreuth wieder mitwirken können.

Rothenburg: Amann (1.-22.), Sand (22.-60.) (Tor); Wurst, Kulas (1), Gluhak (2), Adolf (2), Ehrlinger (1), Schmidt (3), Wittmann (2), Kister (1), Jasarevic (12/5), Stojanov (3), Krauter (1)

Erlangen-Bruck: Goebel, Zapf (Tor); Ochs (1), Mücke (2), Hirning (5), Völcker, Scholten (1), Eichhorn (6), Kohler (3), Duscher (2), Wolf (4), Büttner (3), Meyer (10/4)

Spielverlauf: 0:1, 2:3, 7:7, 11:7, 13:10, 16:12 (HZ); 18:15, 25:16, 29:20, 29:23, 31:25, 34:25, 37:28

Siebenmeter: Rothenburg 5 (Jasarevic trifft alle)

Erlangen-Bruck 4 (Meyer trifft alle)

Zeitstrafen: Rothenburg 2 (Wurst und Kister je 1)

Erlangen-Bruck 2 (beide Hirning)

Schiedsrichter: Sabrina Kleinhenz und Lisa Wenzke (SG Garitz/Nüdlingen)

Zuschauer: 185