TSV 2000 Handball

Rothenburg o.d.T.

TSV 2000 - TSV Ottobeuren

Eine fast perfekte Halbzeit

Beim 33:28 (20:11) Heimsieg gegen den TSV Ottobeuren gelang den Bayernligahandballern des TSV 2000 Rothenburg vor der Pause eine nahezu perfekte Spielhälfte. Gegen den Mitaufsteiger aus dem Unterallgäu waren diese überragenden 30 Minuten der Grundstein für den Erfolg.

Anders als in den letzten Spielen benötigten die Tauberstädter gegen Ottobeuren nur knapp drei Minuten, um in der Partie zu sein. Sie gestatten den Gästen zwar die 1:0-Führung durch Patrick Kofler, das war es dann aber auch mit Führungen der Gäste. Ottobeuren konnte durch Karlo Tomic nach Treffern von Thomas Krauter und Phillip Schemm noch zum 2:2 ausgleichen, danach aber nahm der TSV-Express Fahrt auf. Fünf Tore in Folge durch den bärenstarken Nedim Jasarevic (3), Thomas Krauter und Tim Ehrlinger brachten die Gastgeber mit 7:2 in Führung (9. Minute). Ottobeuren konnte dann wieder auf drei Tore verkürzen (8:5, 14. Minute), sieben Minuten später betrug der Vorsprung der Szücs-Schützlinge dann aber schon sieben Tore (13:7, 21.). Und so ging es dann bis zur Pause weiter. Ob aus schnellen Kontern, von Außen oder von den Rückraumpositionen, die Tauberstädter trafen nach Belieben und die Gäste fanden kein Abwehrrezept. Negativer Höhepunkt der ersten Spielhälfte war in der 28. Minute die rote Karte gegen den Ottobeurer Tim Ramsauer. Nikola Stojanov, der zuvor bereits zwei Mal erfolgreich war, war hochgestiegen und erzielte seinen dritten Treffer zum 18:10, als Ramsauer ohne Chance Stojanov regelgerecht zu stoppen, den Rothenburger in der Luft umstieß und dieser heftig auf dem Hallenboden aufschlug. Nach kurzer Beratung entschieden die beiden sehr gut leitenden Schiedsrichterinnen Sabrina Kleinhenz und Lisa Wenzke, Ramsauer mit der roten Karte zu disqualifizieren. Bis zur Pause trafen dann noch Florian Striffler und Gabriel Gluhak sowie Miklos Szücs für Ottobeuren und es wurden beim Stand von 20:11 die Seiten gewechselt.

Nach der Pause kamen dann beide Teams wie verwandelt aus den Kabinen. Ottobeuren steigerte sich nun in Abwehr und Angriff und die Hausherren ließen im gleichen Maße nach. Anstatt konsequent weiterzuspielen und dem schon geschlagenen Gegner endgültig aus dem Spiel zu halten, weckten die Hausherren die Gäste regelrecht auf. Ottobeuren witterte nun Morgenluft und kam Tor um Tor näher. Die Zuschauer in der gut gefüllten Rothenburger Bleiche-Sporthalle rieben sich verwundert die Augen, waren das noch die gleichen Teams wie in Durchgang eins? In der 48. Spielminute konnte so Patrick Kofler für die Gäste den Rückstand auf drei Tore verkürzen (24:21). Mehrfach waren die Hausherren zuvor in aussichtsreicher Position gescheitert und in der Abwehr ließ man den Gästen nun viel zu viel Raum. Bis zur 56. Minute blieb es nun immer bei drei bis vier Toren Vorsprung der Tauberstädter, die auch mit einer von Trainer Szücs genommenen Auszeit den Angriffsschwung des Mitaufsteigers bremsen konnten. Die Entscheidung zu Gunsten der Rothenburger fiel dann zwischen der 56. und der 59. Spielminute. Zunächst traf Nedim Jasarevic mit seinem zehnten (!) Treffer zum 30:26 und dann holte sich der Ottobeurer Christian Schaupp eine Zweiminutenstrafe wegen Meckerns ab. In Überzahl gelangen den Tauberstädtern dann zwei Ballgewinne, die durch Jasmin Durakovic und Phillip Schemm die Führung auf sechs Tore erhöhen konnten (32:26, 59.) und die Messe war gelesen. Bis zum Spielende trafen die Gäste durch Szücs und Tomic noch zwei Mal und für die Hausherren war zum Abschluss ihr bester Torschütze, Nedim Jasarevic, erfolgreich und das Endergebnis von 33:28 stand fest.

„Dass man eine solche, fast perfekte Halbzeit nicht wiederholen kann, war klar. So spannend hätten es meine Jungs aber nicht machen müssen“ kommentierte der Rothenburger Trainer Csaba Szücs das Spiel. „In der ersten Hälfte gelang uns fast alles, alle Vorgaben wurden zu nahezu 100 % umgesetzt und das obwohl mit Ivan Skaramuca, Patrick Wurst und Andreas Kister wichtige Spieler gefehlt haben“ so der Rothenburger Übungsleiter weiter. Am kommenden Wochenende wartet mit dem Spiel beim TSV Friedberg die nächste Auswärtsaufgabe auf die Tauberstädter. Mit nun ausgeglichenem Punkteverhältnis können sie ohne Druck nach Schwaben fahren.

Rothenburg: Amann (1.-60.), Hörner (bei 2 Siebenmetern) (Tor); Schemm (4), Kulas (1), Gluhak (1/1), Ehrlinger (1), Schmidt, Wittmann (2), Striffler (1), Jasarevic (11/3), Stojanov (3), Krauter (4), Durakovic (5)

Ottobeuren: Mayer, Zubac (Tor); Ramsauer, Kofler (8/1), Nägele, Szouszki (2), Tomic (4), Kaulitz (1), Novak (2), Höbel, Schaupp (1), Szücs (10/6)

Spielverlauf: 0:1, 2:2, 7:2, 13:6, 17:9, 20:11 (HZ); 22:14, 24:18, 24:21, 29:26, 32:26, 33:28

Siebenmeter: Rothenburg 5 (Jasarevic trifft 3, verwirft 1; Gluhak trifft 1)

Ottobeuren 7 (Szücs trifft 6, Kofler trifft 1)

Zeitstrafen: Rothenburg 2 (Ehrlinger und Durakovic je 1)

Ottobeuren 3 (Kofler, Szouszki und Schaupp je 1, Disqualifikation gegen Ramsauer)

Schiedsrichter: Sabrina Kleinhenz und Lisa Wenzke (SG Garitz/Nüdlingen)

Zuschauer: 350

Bericht: N. Fink